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Falsche Freunde zwischen Sprachen: Wörter die gleich aussehen aber etwas völlig anderes bedeuten

Falsche Freunde zwischen Sprachen: Wörter die gleich aussehen aber etwas völlig anderes bedeuten

Stellen Sie sich vor, Sie reisen zum ersten Mal nach London, betreten ein elegantes Restaurant und bestellen selbstbewusst ein "Gift" für Ihre Gastgeberin. Der Kellner wird Sie mit großen Augen anstarren, denn während "Gift" im Deutschen etwas Todliches bezeichnet, bedeutet gift auf Englisch schlicht "Geschenk". Sie wollten also ein Präsent bestellen und haben stattdessen nach etwas Giftigem gefragt. Willkommen in der Welt der falschen Freunde, jener hinterlistigen Wörter, die in zwei Sprachen fast identisch aussehen oder klingen, aber völlig unterschiedliche Bedeutungen tragen. Jeder, der eine Fremdsprache lernt, stolpert früher oder später über diese Fallen, und das Tückische daran ist, dass man sie nicht kommen sieht. Es sind nicht die unbekannten Wörter, die einem Probleme bereiten, denn vor denen ist man gewarnt und schlägt nach. Es sind die vertraut wirkenden Wörter, bei denen man glaubt, ihre Bedeutung bereits zu kennen. Genau diese falsche Sicherheit macht die falschen Freunde so gefährlich, so allgegenwärtig und so unterhaltsam zugleich. Ob Sie nun Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch oder Niederländisch lernen, die falschen Freunde lauern überall, und dieser Artikel wird Ihnen die wichtigsten, die peinlichsten und die lehrreichsten von ihnen vorstellen, damit Sie in Zukunft gewappnet sind.

Was sind falsche Freunde in der Linguistik und warum gibt es sie

Der Begriff "falsche Freunde" geht auf die französischen Linguisten Maxime Koessler und Jules Derocquigny zurück, die ihn 1928 in ihrem Werk "Les faux amis ou les trahisons du vocabulaire anglais" prägten. Der Titel spricht für sich: Verrater des Wortschatzes. Und die Metapher konnte treffender nicht sein, denn ein falscher Freund verhält sich exakt wie ein Vertrauensbruch. Das Wort sieht vertraut aus, klingt bekannt, weckt sofort Assoziationen zur eigenen Muttersprache, und genau in dem Moment, in dem man sich auf diese Assoziationen verlässt, führt es einen in die Irre.

Aus sprachwissenschaftlicher Sicht handelt es sich bei falschen Freunden um Wörter in zwei verschiedenen Sprachen, die in ihrer Form, also in Schreibweise oder Aussprache, ähnlich oder identisch sind, deren Bedeutung aber teilweise oder vollständig voneinander abweicht. Das Phänomen ist weit verbreitet und betrifft praktisch jedes Sprachenpaar der Welt. Besonders häufig tritt es zwischen Sprachen auf, die entweder eng miteinander verwandt sind, wie Deutsch und Niederländisch, oder die einen großen gemeinsamen Lehnwortschatz besitzen, wie Deutsch und Englisch über das Lateinische und Französische.

Die Ursachen für die Entstehung falscher Freunde lassen sich in drei Hauptkategorien einteilen. Die häufigste ist die semantische Divergenz. Zwei Sprachen übernehmen ein Wort aus derselben Quelle, typischerweise dem Lateinischen oder Griechischen, aber im Lauf der Jahrhunderte entwickelt jede Sprache eine eigene Bedeutung für dieses Wort. Das lateinische Wort "sensibilis" zum Beispiel bedeutete ursprünglich "wahrnehmbar" oder "empfindungsfahig". Im Deutschen entwickelte sich daraus "sensibel" im Sinne von "empfindsam" oder "feinfuhlig". Im Englischen wurde "sensible" zu "vernünftig" oder "verständig". Beide Wörter haben denselben lateinischen Vorfahren, aber ihre Bedeutungen sind über die Jahrhunderte so weit auseinandergedriftet, dass sie heute fast das Gegenteil voneinander bezeichnen. Ein sensibler Mensch im Deutschen ist jemand, der schnell emotional reagiert. Ein sensible person im Englischen ist jemand, der besonders rational und besonnen handelt.

Die zweite Ursache ist die zufällige formale Ähnlichkeit ohne etymologische Verwandtschaft. Manchmal sehen sich zwei Wörter in zwei verschiedenen Sprachen einfach deshalb ähnlich, weil die Anzahl moglicher Lautkombinationen begrenzt ist und Uberschneidungen unvermeidlich auftreten. Das japanische Wort "nein" (ausgesprochen wie das deutsche "nein") bedeutet keineswegs "nein", sondern bezeichnet ein Jahrgang oder eine Jahrgangsstufe. Mit der deutschen Verneinung hat es nichts zu tun. Solche Zufalle sind häufiger, als man vermuten wurde, und sie können zu besonders verwirrender Komik führen, weil keinerlei historische Verbindung zwischen den Wörtern besteht.

Die dritte Ursache ist der partielle Bedeutungswandel bei Entlehnungen. Eine Sprache übernimmt ein Wort aus einer anderen, aber nur einen Teil seiner Bedeutung oder gibt ihm eine völlig neue Nuance. Das französische Wort "entrée" bedeutet im Französischen den Hauptgang einer Mahlzeit, wird aber im amerikanischen Englisch ebenfalls als "entrée" verwendet, dort allerdings für den Hauptgang, während es in anderen englischsprachigen Ländern eher den Vorspeisenbegriff trägt. Die Originalsprache und die Zielsprache weisen dem gleichen Wort unterschiedliche Plätze auf der Speisekarte zu, und wer zwischen den Sprachen wechselt, kann sich leicht im falschen Gang wiederfinden.

Das Verständnis dieser Mechanismen schützt nicht automatisch vor Fehlern, aber es schafft ein Bewusstsein dafür, dass sprachliche Ähnlichkeit niemals eine Garantie für semantische Übereinstimmung ist. Wer diesen Grundsatz verinnerlicht hat, wird bei vertraut wirkenden Wörtern in einer Fremdsprache automatisch eine gesunde Portion Skepsis entwickeln, und genau diese Skepsis ist der beste Schutz gegen die Fallen der falschen Freunde.

Die häufigsten falschen Freunde zwischen Deutsch und Englisch

Die Beziehung zwischen Deutsch und Englisch ist ein besonders fruchtbarer Boden für falsche Freunde. Beide Sprachen gehören zur germanischen Sprachfamilie und teilen sich einen beträchtlichen Grundwortschatz. Zusätzlich haben beide Sprachen über Jahrhunderte hinweg eine enorme Menge an Vokabeln aus dem Lateinischen, Griechischen und Französischen entlehnt. Dieses doppelte Band, das germanische Erbe und die gemeinsamen Entlehnungen, erzeugt Hunderte von Wortpaaren, die sich ähnlich sehen, aber unterschiedliche Bedeutungen tragen.

Der berühmteste falsche Freund zwischen Deutsch und Englisch ist zweifellos das Paar "Gift" und gift. Im Deutschen bezeichnet "Gift" eine toxische Substanz, etwas, das tötet oder schadet. Im Englischen bedeutet gift "Geschenk", etwas, das man jemandem aus Zuneigung oder Höflichkeit überreicht. Die Verwechslung ist so bekannt, dass sie fast schon zum Klischee geworden ist, aber sie passiert trotzdem noch regelmäßig, besonders bei Anfängern. Die etymologische Geschichte ist übrigens faszinierend. Beide Wörter gehen auf dieselbe germanische Wurzel zurück, die ursprünglich "das Gegebene" bedeutete. Im Englischen behielt das Wort diese Bedeutung bei. Im Deutschen verschob sich die Bedeutung über "Gabe" zu "verabreichte Substanz" und schließlich zu "giftige Substanz", vermutlich weil man jemandem Gift "gab", also verabreichte.

Ein weiterer Klassiker ist "bekommen" gegenüber become. Wer im englischen Restaurant sagt "I become a steak", sagt nicht, dass er ein Steak bekommt, sondern dass er sich in ein Steak verwandelt. "Bekommen" im Deutschen bedeutet "erhalten", während become im Englischen "werden" bedeutet. Die korrekte englische Formulierung wäre "I get a steak" oder "I'll have a steak". Dieser Fehler ist so verbreitet unter deutschsprachigen Englischlernenden, dass er in praktisch jedem Lehrbuch als Warnbeispiel angeführt wird.

Das Wort "aktuell" sorgt ebenfalls für ständige Verwirrung. Im Deutschen bedeutet "aktuell" so viel wie "gegenwärtig", "zeitgemäß" oder "die neueste Entwicklung betreffend". Die aktuellen Nachrichten sind die neuesten Nachrichten. Im Englischen bedeutet actually aber "tatsächlich", "eigentlich" oder "in Wirklichkeit". Wer auf Englisch "actually" sagt, um "aktuell" auszudrücken, kommuniziert etwas völlig anderes als beabsichtigt. Das englische Wort für "aktuell" ist current oder up-to-date.

Das Paar "Chef" und chef illustriert einen weiteren typischen Bedeutungswandel. Im Deutschen ist der "Chef" der Vorgesetzte, der Leiter, der Boss. Im Englischen ist ein chef ein Küchenchef, jemand, der berufsmassig kocht. Natürlich hat ein Küchenchef auch eine Leitungsposition in der Küche, aber die allgemeine Bedeutung "Vorgesetzter" hat chef im Englischen nicht. Wer seinem englischsprachigen Kollegen erzählt "My chef told me to finish the report", erzählt ihm, dass sein Koch ihm gesagt hat, den Bericht fertigzustellen, was gewiss für Stirnrunzeln sorgen wird.

Auch "Rat" und rat sind ein gefährliches Paar. Im Deutschen kann "Rat" sowohl einen Ratschlag als auch ein Gremium bezeichnen, wie etwa den Stadtrat. Im Englischen ist eine rat eine Ratte, also ein Nagetier. Wer auf Englisch sagt "I need a rat", bittet nicht um einen Ratschlag, sondern um eine Ratte. In die andere Richtung funktioniert die Falle ebenfalls: Ein Englischsprecher, der im Deutschen "Rat" liest, konnte zunächst an das Nagetier denken.

Die Liste lässt sich noch lange fortsetzen. "Brave" bedeutet im Deutschen "brav", also artig und folgsam, während brave im Englischen "mutig" oder "tapfer" bedeutet. "Fabrik" ist im Deutschen eine Produktionsstatte, während fabric im Englischen "Stoff" oder "Gewebe" bezeichnet. "Handy" ist im Deutschen das Mobiltelefon, während handy im Englischen "praktisch" oder "griffbereit" bedeutet, das Wort "Handy" für ein Mobiltelefon ist im Englischen völlig unbekannt und eine rein deutsche Wortschopfung. "Konto" im Deutschen ist ein Bankkonto, während conto im Italienischen die Rechnung im Restaurant ist, und wer vom Englischen kommt, konnte "Konto" für eine Abkürzung von "control" halten, was es ebenfalls nicht ist.

Besonders heikel wird es bei Wörtern, die in beiden Sprachen existieren, aber jeweils nur eine ihrer Bedeutungen teilen. "Sympathisch" bedeutet im Deutschen "nett" oder "angenehm im Umgang". Das englische sympathetic bedeutet "mitfühlend" oder "verständnisvoll". Ein sympathischer Mensch im Deutschen ist jemand, den man auf Anhieb mag. Eine sympathetic person im Englischen ist jemand, der Mitgefuhl zeigt. Die Bedeutungen überlappen sich leicht, aber sie sind nicht deckungsgleich, und genau diese Uberlappung macht den falschen Freund besonders tückisch, weil er manchmal fast passt und der Fehler dadurch schwerer zu erkennen ist.

Peinliche falsche Freunde zwischen Deutsch und Französisch

Das Verhältnis zwischen Deutsch und Französisch ist historisch geprägt von intensivem kulturellen Austausch, und entsprechend groß ist der gemeinsame Lehnwortschatz. Über Jahrhunderte hinweg hat das Deutsche zahlreiche Wörter aus dem Französischen übernommen, von der Küche über die Mode bis hin zur Diplomatie. Aber genau dieser Reichtum an gemeinsamen Wörtern hat auch eine Fülle falscher Freunde hervorgebracht, die selbst fortgeschrittenen Lernenden regelmäßig zum Verhängnis werden.

Eines der klassischsten Beispiele ist das Wort "blamieren". Im Deutschen bedeutet "sich blamieren", sich in einer peinlichen Situation zu befinden, sich lächerlich zu machen. Das französische Verb blamer hingegen bedeutet "tadeln" oder "beschuldigen". Wer einem Franzosen sagt "je me blame", drückt nicht aus, dass er sich blamiert hat, sondern dass er sich selbst die Schuld gibt. Die deutsche Bedeutung "sich lächerlich machen" hat blamer im Französischen nicht, und die Verwechslung kann zu erheblichen Missverständnissen führen, besonders in beruflichen Kontexten, wo der Unterschied zwischen "ich habe mich lächerlich gemacht" und "ich gebe mir die Schuld" erheblich ist.

Das Wort "Figur" ist ein weiterer heimtuckischer falscher Freund. Im Deutschen bezeichnet "Figur" die Korperform, die Silhouette, oder auch eine Gestalt in einem Roman oder auf einem Schachbrett. Im Französischen kann figure zwar auch "Gestalt" bedeuten, aber im alltäglichen Sprachgebrauch bedeutet es vor allem "Gesicht". Wenn ein Franzose sagt "il a une drole de figure", spricht er nicht von einer komischen Figur im Sinne einer Silhouette, sondern von einem komischen Gesicht. Und wenn jemand "faire bonne figure" sagt, meint er, ein gutes Gesicht zu machen, also den Schein zu wahren, nicht eine gute Figur im körperlichen Sinne zu haben.

Das Verb "quittieren" im Deutschen bedeutet, den Empfang von etwas zu bestätigen oder seinen Dienst aufzugeben. Das französische Verb quitter bedeutet schlicht "verlassen" oder "weggehen". Wer einen Franzosen sagen hört "je quitte Paris", versteht vielleicht, dass jemand Paris "quittiert", also irgendwie bestätigt, dabei sagt die Person einfach, dass sie Paris verlässt. Die Bedeutungen überschneiden sich bei "den Dienst quittieren" im Sinne von "aufgeben", aber im alltäglichen Gebrauch sind die Wörter weit voneinander entfernt.

Besonders verwirrend ist das Paar "Kamera" und caméra. Im Deutschen bezeichnet "Kamera" sowohl einen Fotoapparat als auch eine Filmkamera. Im Französischen ist une caméra ausschließlich eine Filmkamera oder Videokamera. Für den Fotoapparat verwendet das Französische un appareil photo. Wer in einem französischen Geschäft nach einer "caméra" fragt, um Fotos zu machen, wird auf die Videokamera-Abteilung verwiesen.

Das Wort "Engagement" existiert in beiden Sprachen, hat aber unterschiedliche Schwerpunkte. Im Deutschen bedeutet "Engagement" vor allem persönlichen Einsatz, Hingabe, freiwilliges Mitwirken. Im Französischen kann engagement zwar auch "Verpflichtung" bedeuten, aber es wird häufig im Sinne einer vertraglichen Bindung oder einer militärischen Auseinandersetzung verwendet. Ein französisches "engagement militaire" ist kein freiwilliger Einsatz, sondern ein Gefecht.

Auch das alltägliche Wort "Reklame" führt in die Irre. Im Deutschen ist "Reklame" ein etwas altmodisches Wort für Werbung. Im Französischen bedeutet une réclamation eine Beschwerde, eine Reklamation. Das Wort reclaimer (eigentlich réclamer) bedeutet "fordern" oder "beanspruchen". Wer im französischen Kaufhaus nach der "réclamation" fragt, wird nicht zur Werbeabteilung, sondern zur Beschwerdestelle geschickt.

Das Paar "Adresse" und adresse verdient ebenfalls Aufmerksamkeit. Im Deutschen ist die "Adresse" in erster Linie die Anschrift, also die Wohnanschrift oder der Standort. Im Französischen kann adresse zwar auch die Anschrift bedeuten, hat aber zusätzlich die Bedeutung "Geschicklichkeit" oder "Gewandtheit". Wenn ein französischer Text von "l'adresse d'un artisan" spricht, ist damit nicht die Adresse des Handwerkers gemeint, sondern seine Geschicklichkeit. Dieser Bedeutungsunterschied ist subtil, aber er kann beim Lesen französischer Texte für Verwirrung sorgen.

Ein besonders peinlicher falscher Freund ist "ordinär". Im Deutschen hat "ordinär" eine klar negative Konnotation und bedeutet "vulgär", "geschmacklos" oder "gewöhnlich" im abwertenden Sinne. Im Französischen ist ordinaire hingegen völlig neutral und bedeutet einfach "gewöhnlich", "normal" oder "alltäglich". Ein französischer "vin ordinaire" ist kein vulgärer Wein, sondern ein einfacher Tafelwein, ein Alltagswein. Wer diesen Unterschied nicht kennt, konnte sich wundern, warum die Franzosen scheinbar so herabsetzend über ihren eigenen Wein sprechen.

Falsche Freunde zwischen Deutsch und Spanisch die jeden verwirren

Auf den ersten Blick scheinen Deutsch und Spanisch so verschieden zu sein, dass falsche Freunde kaum ein Thema sein durften. Eine germanische und eine romanische Sprache, getrennt durch völlig unterschiedliche Lautsysteme, Grammatiken und Wortstellungen. Doch gerade weil beide Sprachen über Jahrhunderte hinweg aus dem Lateinischen, dem Griechischen und dem Arabischen geschopft haben, sind mehr Uberschneidungen entstanden, als man erwarten wurde. Und diese Uberschneidungen sind umso gefahrlicher, weil der Lernende sie nicht erwartet und deshalb besonders unvorbereitet in die Falle tappt.

Eines der bekanntesten Beispiele ist das Wort "brav". Im Deutschen bedeutet "brav" so viel wie "artig", "folgsam" oder "gut erzogen". Ein braves Kind ist eines, das seinen Eltern gehorcht und keine Probleme macht. Im Spanischen bedeutet bravo hingegen "wild", "tapfer" oder "ungestum". Ein toro bravo ist ein wilder Stier, kein artiger Stier. Und wenn ein Spanier eine Person als "bravo" bezeichnet, meint er, dass sie mutig oder hitzig ist, nicht dass sie brav im deutschen Sinne ist. Die Bedeutungen konnten gegensatzlicher kaum sein.

Das Wort "Mappe" im Deutschen bezeichnet eine Tasche oder einen Ordner, in dem man Dokumente aufbewahrt. Das spanische mapa hingegen bedeutet "Landkarte". Wer einem Spanier sagt, er habe die Unterlagen in seiner "mapa", wird Verwirrung ernten, denn der Spanier wird sich fragen, wie man Dokumente in einer Landkarte aufbewahren kann. Beide Wörter gehen zwar auf das lateinische "mappa" (Tuch, Serviette) zurück, aber ihre Bedeutungen haben sich in völlig verschiedene Richtungen entwickelt.

Das Paar "Note" und nota ist ein Paradebeispiel für einen partiellen falschen Freund. Im Deutschen kann "Note" eine Schulnote, eine Banknote, eine musikalische Note oder eine diplomatische Note sein. Im Spanischen hat nota einige dieser Bedeutungen ebenfalls, aber es gibt subtile Unterschiede im Gebrauch. Besonders verwirrend ist, dass das spanische Notensystem umgekehrt funktioniert, denn in Spanien ist die 10 die beste Note und die 0 die schlechteste, während in Deutschland die 1 die beste und die 6 die schlechteste Note darstellt. Wer also über "Noten" spricht, muss nicht nur die Sprache, sondern auch das Bewertungssystem im Kopf behalten.

Das Wort "Pension" existiert in beiden Sprachen, bedeutet aber Verschiedenes. Im Deutschen ist eine "Pension" eine kleine, familiäre Unterkunft, ähnlich einer Fruhstuckspension, oder die Ruhestandsbezuge eines Beamten. Im Spanischen bedeutet pensión zwar auch "Rente" und "kleine Unterkunft", wird aber häufiger im Sinne einer bescheidenen, oft heruntergekommenen Unterkunft verwendet. Wer im spanischen Tourismusburo nach einer "pensión" fragt und dabei an ein gemutliches deutsches Gasthaus denkt, konnte enttäuscht sein.

Das Verb "sparen" im Deutschen bedeutet, Geld zuruckzulegen oder Ressourcen zu schönen. Das spanische Verb esperar hingegen bedeutet "warten" oder "hoffen". Die Wörter klingen nicht besonders ähnlich, aber für Anfänger, die gerade beginnen, spanisches Vokabular zu lernen, kann die vage Ähnlichkeit in den Anfangsbuchstaben für Verwirrung sorgen. Problematischer ist das Paar "spazieren" und espacio. "Spazieren" bedeutet im Deutschen, einen Bummel zu machen, während espacio im Spanischen "Raum" oder "Weltraum" bedeutet.

Ein besonders tuckischer falscher Freund ist "Gymnasium". Im Deutschen ist das Gymnasium die höhere Schule, die zum Abitur führt. Im Spanischen hingegen, wie auch im Englischen, bezeichnet gimnasio eine Turnhalle oder ein Fitnessstudio. Wer einem Spanier erzählt, dass sein Kind aufs "gimnasio" geht, wird den Eindruck erwecken, dass das Kind den ganzen Tag Sport treibt, nicht dass es eine akademische Laufbahn eingeschlagen hat.

Auch das Wort "Karte" sorgt für Verwirrung. Im Deutschen hat "Karte" zahlreiche Bedeutungen, von der Landkarte über die Eintrittskarte bis zur Speisekarte. Im Spanischen existiert das Wort carta, das aussieht, als wäre es verwandt, aber carta bedeutet in erster Linie "Brief". Eine "carta de amor" ist ein Liebesbrief, keine Liebeskarte. Für die Speisekarte verwendet das Spanische ebenfalls carta (carta del restaurante), hier stimmt die Bedeutung zufällig überein, aber für "Landkarte" sagt man mapa und für "Eintrittskarte" entrada. Die teilweise Übereinstimmung und teilweise Abweichung macht diesen falschen Freund besonders unberechenbar.

Falsche Freunde zwischen Deutsch und Italienisch die man kennen sollte

Italienisch und Deutsch sind auf den ersten Blick grundverschiedene Sprachen, aber die jahrhundertealten kulturellen Beziehungen zwischen dem deutschen und dem italienischen Sprachraum haben zu einem überraschend großen gemeinsamen Wortschatz geführt. Die Musik, die bildende Kunst, die Architektur, die Küche und der Handel haben zahlreiche Wörter über die Alpen transportiert, und dabei sind einige von ihnen in der einen Sprache in eine andere Richtung gewandert als in der anderen. Das Ergebnis ist eine Sammlung falscher Freunde, die zwar kleiner ist als zwischen Deutsch und Englisch, aber nicht weniger gefährlich.

Das wohl bekannteste Beispiel ist "Konto" und conto. Im Deutschen ist ein "Konto" ein Bankkonto, auf dem man Geld verwaltet. Im Italienischen bedeutet il conto die Rechnung, also das, was man nach dem Essen im Restaurant bezahlen muss. Wer in Italien "il conto, per favore" sagt, bittet um die Rechnung, nicht um ein Bankkonto. Die Verwechslung ist für Touristen weniger gefährlich als für Geschäftsleute, die in Finanzgesprachen zwischen den beiden Bedeutungen unterscheiden müssen.

Das Wort "Kamera" und camera bieten eine ähnliche Falle. Im Deutschen ist die "Kamera" das Gerät zum Fotografieren oder Filmen. Im Italienischen bedeutet camera ein Zimmer, genauer gesagt ein Schlafzimmer. Eine "camera d'albergo" ist ein Hotelzimmer. Wer in einem italienischen Hotel nach einer "camera" fragt und dabei an eine Kamera denkt, wird positiv überrascht sein, dass er stattdessen ein Zimmer bekommt, aber die Verwirrung ist vorprogrammiert. Für den Fotoapparat verwendet das Italienische macchina fotografica oder einfach fotocamera.

Das Paar "fertig" und feriti verdient besondere Aufmerksamkeit. Im Deutschen bedeutet "fertig" entweder "vollendet" oder "erschöpft". Im Italienischen bedeutet feriti "Verletzte" (Plural von ferito). Ein deutscher Tourist, der auf Italienisch sagen möchte, dass er fertig ist, und dabei "sono ferito" sagt, teilt seinem Gegenüber mit, dass er verletzt ist. Das italienische Wort für "fertig" im Sinne von "erledigt" wäre "finito" oder "pronto".

Das Wort "ordinare" im Italienischen bedeutet "bestellen", zum Beispiel im Restaurant. Wer dieses Wort mit dem deutschen "ordinär" verwechselt, konnte den Eindruck gewinnen, dass die Italiener ihre Bestellungen als vulgare Angelegenheit betrachten, was natürlich nicht der Fall ist. Umgekehrt wurde ein Italiener, der das deutsche "ordinär" zum ersten Mal hört, vielleicht denken, es habe etwas mit Bestellen zu tun. Tatsächlich haben beide Wörter denselben lateinischen Ursprung (ordinare, also "ordnen" oder "in Reihenfolge bringen"), aber die Bedeutungen haben sich in den beiden Sprachen ganz unterschiedlich entwickelt.

Das Wort "Konfetti" ist im Deutschen ein festliches Streumaterial aus kleinen Papierschnipseln, das man bei Feiern in die Luft wirft. Im Italienischen sind confetti hingegen Zuckermandeln, jene mit einer Zuckerschicht überzogenen Mandeln, die man traditionell bei Taufen und Hochzeiten verteilt. Wer in Italien von "confetti" spricht und dabei an bunte Papierschnipsel denkt, wird überrascht sein, wenn ihm stattdessen eine Schachtel mit Zuckermandeln überreicht wird. Für die Papierschnipsel verwendet das Italienische coriandoli.

Auch das Wort "Latte" ist ein falscher Freund, der besonders in Kaffeebars für Verwirrung sorgen kann. Im Deutschen ist eine "Latte" ein langer, dünner Holzbalken oder umgangssprachlich eine große Menge. Im Italienischen bedeutet latte einfach "Milch". Der berühmte Caffe Latte ist also ein Milchkaffee. Wer in Italien einfach "un latte" bestellt, bekommt ein Glas Milch, keinen Kaffee. Und wer in Deutschland "eine Latte" bestellt, bekommt weder Milch noch Kaffee, sondern im besten Fall einen erstaunten Blick.

Das Verb "tradurre" im Italienischen bedeutet "übersetzen". Es konnte mit dem deutschen Wort "tradieren" (also "uberliefern") verwechselt werden. Beide gehen auf das lateinische "traducere" zurück, aber ihre modernen Bedeutungen sind verschieden. "Tradieren" im Deutschen bezieht sich auf die Weitergabe von Traditionen und Wissen über Generationen hinweg. "Tradurre" im Italienischen meint die Übertragung eines Textes von einer Sprache in eine andere. Der gemeinsame lateinische Urahn macht die Verwechslung verständlich, aber im praktischen Gebrauch konnte sie zu Missverständnissen führen.

Wie falsche Kognaten zu echten Missverständnissen führen

Falsche Freunde waren ein reines Kuriosum, wäre ihre Wirkung auf harmloses Gelachter beschränkt. Doch in der Realität führen sie zu Missverständnissen, die weit über das Anekdotische hinausgehen. In der Wirtschaft, der Medizin, der Diplomatie und im alltäglichen zwischenmenschlichen Umgang können falsche Kognaten echten Schaden anrichten, und manche dieser Geschichten sind lehrreicher als jedes Lehrbuch.

Im geschäftlichen Kontext sind die Folgen falscher Freunde oft teuer. Stellen Sie sich ein deutsches Unternehmen vor, das mit einem englischsprachigen Partner verhandelt. Der deutsche Verhandlungsfuhrer sagt "We have to be consequent in our strategy", wobei er "konsequent" im deutschen Sinne von "beharrlich" oder "folgerichtig" meint. Im Englischen bedeutet consequent jedoch "daraus folgend" oder "sich ergebend aus", was eine völlig andere Aussage darstellt. Der englischsprachige Partner versteht möglicherweise, dass die Strategie eine Folge von etwas anderem sein soll, nicht dass sie konsequent verfolgt werden muss. In Verhandlungen, wo jedes Wort zahlt, kann eine solche Verwechslung den gesamten Ton eines Gesprächs verändern.

In der Medizin sind die Risiken noch gravierender. Ein deutscher Arzt, der in einem internationalen Kontext arbeitet und einem englischsprachigen Kollegen mitteilt, dass ein Patient "irritiert" ist, konnte einen gefahrlichen Fehler begehen. Im Deutschen bedeutet "irritiert" "verwirrt" oder "verunsichert". Im Englischen bedeutet irritated "gereizt" oder "entzundet", kann also auf einen körperlichen Zustand hinweisen. Wenn der Arzt meint, der Patient sei verwirrt, aber der Kollege versteht, der Patient habe eine Reizung oder Entzündung, konnte dies zu einer falschen Behandlung führen. In medizinischen Situationen, wo Präzision lebensrettend sein kann, sind falsche Freunde eine ernsthafte Gefahr.

Im diplomatischen Bereich haben falsche Freunde wiederholt für Verstimmungen gesorgt. Das deutsche Wort "eventuell" bedeutet "möglicherweise" oder "unter Umständen". Das englische eventually bedeutet hingegen "schließlich" oder "letzten Endes". Wenn ein deutscher Diplomat sagt "We will eventually solve this problem", meint er möglicherweise, dass das Problem irgendwann gelöst werden wird, was tatsächlich die korrekte englische Bedeutung wäre. Aber wenn er "eventuell" im deutschen Sinne meint und sagt "We will eventually agree to your terms", konnte der englischsprachige Gesprächspartner verstehen, dass die Zustimmung sicher kommen wird, nur eben später, während der deutsche Diplomat eigentlich sagen wollte, dass eine Zustimmung nur eine Möglichkeit unter mehreren ist.

Auch im Alltag führen falsche Freunde zu Momenten, die zwischen Humor und Peinlichkeit schwanken. Ein Deutscher in England, der seiner Gastgeberin sagt "Your dress is very brav", denkt, er mache ein Kompliment ("Ihr Kleid ist sehr anstandig/hübsch"), während die Englanderin versteht "Ihr Kleid ist sehr tapfer", was keinen Sinn ergibt und bestenfalls für Verwunderung sorgt. Ein anderer Klassiker ist der Deutsche, der im englischsprachigen Supermarkt nach "Chips" fragt und knusprige Kartoffelchips erwartet, in Grossbritannien tatsächlich auch welche bekommt, aber in den USA feststellt, dass chips dort Pommes frites bezeichnet, während die Kartoffelchips als "chips" im britischen oder "crisps" im spezifischeren Sinne bekannt sind. Die Verwirrung ist komplett.

Bei ProLang begegnen Lehrkräfte diesen Situationen täglich im Unterricht. Schülerinnen und Schüler berichten von peinlichen Momenten im Ausland, von misslungenen Präsentationen und von komischen Gesichtern, die ihre Gesprächspartner gemacht haben. Diese Geschichten sind ein wichtiger Bestandteil des Lernprozesses, denn nichts prägt sich so gut ein wie ein Fehler, über den man im Nachhinein lachen kann.

Falsche Freunde zwischen Deutsch und Niederländisch

Die Nachbarschaft zwischen Deutsch und Niederländisch erzeugt eine ganz besondere Kategorie falscher Freunde. Die beiden Sprachen sind so eng miteinander verwandt, dass sich Sprecher beider Sprachen in vielen Situationen gegenseitig verstehen können, zumindest oberflächlich. Aber genau diese Nahe ist tückisch, denn sie verleitet dazu, Wörter eins zu eins zu übertragen, und dabei geraten die zahlreichen Bedeutungsunterschiede aus dem Blick.

Das berühmteste Beispiel ist wohl "bellen". Im Deutschen bedeutet "bellen" das Geräusch, das ein Hund macht. Im Niederländischen bedeutet bellen "klingeln" oder "telefonieren". Wenn ein Niederländer sagt "Ik ga even bellen", sagt er nicht, dass er bellen wird wie ein Hund, sondern dass er kurz telefonieren geht. Umgekehrt wurde ein Deutscher, der im Niederländischen liest, dass jemand "bellt", vielleicht an einen bellenden Hund denken, obwohl die Person nur gerade telefoniert.

Das Wort "schlimm" im Deutschen bedeutet "übel" oder "schlecht". Im Niederländischen bedeutet slim "klug" oder "schlau". Ein Niederländer, der jemanden als "slim" bezeichnet, macht ein Kompliment, während ein Deutscher, der "schlimm" hört, an etwas Negatives denkt. Die beiden Wörter gehen auf dieselbe germanische Wurzel zurück, die ursprünglich "schrag" oder "schief" bedeutete und sich in den beiden Sprachen in entgegengesetzte Richtungen entwickelt hat. Im Niederländischen wurde "schrag" zu "gewitzt" (im Sinne von "um die Ecke denkend"), während es im Deutschen zu "schlecht" wurde.

Das Paar "See" und zee ist ein Klassiker der deutsch-niederländischen Sprachverwirrung. Im Deutschen ist der See (maskulin) ein Binnengewasser, ein See im Landesinneren. Die See (feminin) hingegen bezeichnet das Meer. Im Niederländischen ist de zee das Meer. Soweit sind sich die Sprachen einig. Aber das Wort "meer" im Niederländischen bedeutet nicht "Meer", sondern "mehr". Wer also "meer zee" sagt, sagt nicht "Meer See", sondern "mehr Meer". Die Verwirrung ist perfekt.

Das Wort "Krebs" im Deutschen kann ein Schalentier, ein Sternzeichen oder die Krankheit Krebs bezeichnen. Im Niederländischen ist kreeft ein Hummer, während die Krankheit als kanker bezeichnet wird. Die formale Ähnlichkeit zwischen "Krebs" und kreeft kann zu Missverständnissen führen, wenn man über medizinische oder kulinarische Themen spricht.

Besonders gefährlich ist das Wort "dürfen". Im Deutschen bedeutet "dürfen" die Erlaubnis haben, etwas zu tun. Im Niederländischen existiert das Wort durven, das jedoch "wagen" oder "sich trauen" bedeutet. Wer aus dem Deutschen kommend annimmt, dass durven "dürfen" bedeutet, wird Sätze falsch verstehen. "Ik durf niet" bedeutet nicht "Ich darf nicht", sondern "Ich traue mich nicht". Der Unterschied zwischen einer Erlaubnis und dem Mut, etwas zu tun, ist erheblich.

Das Wort "winkel" im Niederländischen bedeutet "Geschäft" oder "Laden". Im Deutschen ist ein "Winkel" eine Ecke oder ein geometrischer Winkel. Ein Niederländer, der "naar de winkel gaan" sagt, geht in den Laden, nicht in den Winkel. Deutsche Touristen in den Niederlanden, die überall Schilder mit "winkel" sehen, konnten sich fragen, warum es so viele Winkel gibt, dabei sind es schlicht Geschäfte.

Ein weiteres bemerkenswertes Paar ist "lopen" und "laufen". Im Niederländischen bedeutet lopen "gehen" oder "zu Fuß gehen". Im Deutschen bedeutet "laufen" je nach Kontext "gehen" oder "rennen". In manchen deutschen Dialekten wird "laufen" tatsächlich im Sinne von "gehen" verwendet, was die Situation noch verwirrender macht. Aber im Standarddeutschen impliziert "laufen" häufig eine höhere Geschwindigkeit als das niederländische lopen.

Warum haben Sprachen so viele falsche Freunde

Die Frage, warum es überhaupt so viele falsche Freunde gibt, führt tief in die Mechanismen der Sprachentwicklung. Sprachen sind keine statischen Gebilde, sondern lebende Organismen, die sich ständig verändern, weiterentwickeln und an neue Gegebenheiten anpassen. Diese Dynamik ist der Hauptgrund dafür, dass Wörter, die einmal dasselbe bedeuteten, im Lauf der Zeit auseinanderdriften und zu falschen Freunden werden.

Der wichtigste Mechanismus ist der Bedeutungswandel. Jedes Wort einer Sprache durchläuft im Lauf seiner Geschichte Veränderungen in der Bedeutung. Manche Wörter erweitern ihren Bedeutungsumfang, andere verengen ihn, wieder andere verschieben ihre Bedeutung in eine völlig neue Richtung. Das englische Wort "nice" zum Beispiel bedeutete im Mittelenglischen "dumm" oder "toricht", da es vom lateinischen "nescius" (unwissend) abstammte. Über Jahrhunderte wandelte sich die Bedeutung über "zaghaft" und "fein" zu "nett" oder "angenehm". Hatte das Französische, aus dem das Englische das Wort übernommen hatte, einen ähnlichen Wandel durchgemacht, waren die Bedeutungen parallel geblieben. Aber das Französische behielt für "nice" eine andere Bedeutungsentwicklung bei (als Eigenname für die Stadt Nizza), und so entstand ein falscher Freund.

Ein zweiter wichtiger Faktor ist die Entlehnungspolitik von Sprachen. Wenn eine Sprache ein Wort aus einer anderen entlehnt, übernimmt sie oft nicht die gesamte Bedeutungspalette des Wortes, sondern nur einen Ausschnitt. Das Deutsche hat vom Französischen das Wort "Etage" übernommen, im Sinne von "Stockwerk". Im Französischen hat étage zwar auch die Bedeutung "Stockwerk", wird aber zusätzlich in Ausdrücken wie "de bas étage" (niederer Herkunft) oder "étage de fusée" (Raketenstufe) verwendet, die im Deutschen keine Entsprechung haben. Der umgekehrte Fall ist ebenfalls häufig: Das Französische hat vom Deutschen Wörter wie "Kindergarten" übernommen, aber nicht alle Bedeutungsnuancen des deutschen Originals beibehalten.

Ein dritter Faktor ist die kulturelle Divergenz. Selbst wenn zwei Sprachen dasselbe Wort verwenden, kann die kulturelle Bedeutung des Wortes in verschiedenen Gesellschaften unterschiedlich sein. Das Wort "Gymnasium" ist dafür ein hervorragendes Beispiel. Im Deutschen bezeichnet es eine weiterführende Schule mit akademischem Anspruch. In vielen anderen Sprachen, darunter Englisch, Spanisch und Italienisch, bezeichnet es eine Turnhalle oder ein Fitnessstudio. Die griechische Wurzel "gymnasion" bezeichnete einen Ort für körperliche Übungen, aber auch für geistige Bildung. Die verschiedenen Sprachen haben jeweils einen anderen Aspekt des Originals betont, das Deutsche den bildungsbezogenen, die meisten anderen Sprachen den sportlichen.

Ein vierter Faktor, der oft übersehen wird, ist die Rolle von Zwischensprachen. Viele Wörter wandern nicht direkt von einer Sprache in eine andere, sondern nehmen Umwege über Drittsprachen. Ein lateinisches Wort konnte zuerst ins Arabische, dann ins Spanische und schließlich ins Französische gewandert sein, und bei jeder Station konnte sich seine Bedeutung leicht verschoben haben. Am Ende des Weges ist das Wort in der Zielsprache angekommen, aber seine Bedeutung hat sich auf der Reise so stark verändert, dass es in der Ausgangssprache nicht mehr wiederzuerkennen ist.

Schließlich spielt auch der Zufall eine Rolle. Bei den Tausenden von Wörtern, die jede Sprache besitzt, und bei dem begrenzten Inventar an Lauten, das der menschliche Sprechapparat produzieren kann, sind zufällige Übereinstimmungen in der Form unvermeidlich. Das finnische Wort "puku" (Kleidung) hat keine etymologische Verbindung zum deutschen "Puck" oder zum englischen "puck", aber die formale Ähnlichkeit besteht trotzdem und konnte in bestimmten Kontexten für Verwirrung sorgen.

Echte Kognaten und falsche Kognaten: Wie man den Unterschied erkennt

Um falsche Freunde zuverlässig zu identifizieren, muss man zunächst verstehen, was echte Kognaten sind und worin sie sich von falschen Kognaten unterscheiden. Die Unterscheidung ist theoretisch klar, in der Praxis aber oft schwieriger als erwartet.

Echte Kognaten sind Wörter in zwei oder mehr Sprachen, die auf denselben etymologischen Ursprung zurückgehen und deren Bedeutung sich im Lauf der Jahrhunderte nicht wesentlich verändert hat. Das deutsche Wort "Mutter" und das englische Wort mother sind echte Kognaten. Sie stammen beide vom urgermanischen "moder" ab, das wiederum auf das indoeuropäische "méhter" zurückgeht. Ihre Form ist ähnlich, und ihre Bedeutung ist identisch. Echte Kognaten sind die freundliche Seite der sprachlichen Verwandtschaft: Sie erleichtern das Lernen, weil sie es ermöglichen, Vokabeln aus einer bekannten Sprache auf eine unbekannte Sprache zu übertragen.

Falsche Kognaten sind im strengen linguistischen Sinne Wörter, die sich in Form ähneln und unterschiedliche Bedeutungen haben, aber keinen gemeinsamen etymologischen Ursprung teilen. Das deutsche "haben" und das lateinische "habere" sehen sich ähnlich und bedeuten beide "haben", aber Sprachwissenschaftler debattieren darüber, ob sie tatsächlich auf dieselbe indoeuropäische Wurzel zurückgehen oder ob die Ähnlichkeit zufällig ist. Wenn sie keinen gemeinsamen Vorfahren haben, wäre ihre Ähnlichkeit ein Zufall, und man konnte sie im strengen Sinne als falsche Kognaten bezeichnen, allerdings als gutartige, denn ihre Bedeutungen stimmen überein.

In der Praxis des Sprachlernens wird der Begriff "falsche Freunde" allerdings weiter gefasst als der linguistische Fachbegriff "falsche Kognaten". Für den Sprachlernenden ist es letztlich gleichgültig, ob zwei ähnlich aussehende Wörter einen gemeinsamen Vorfahren haben oder nicht. Was zahlt, ist, ob die Bedeutungen übereinstimmen oder nicht. Ein falscher Freund ist aus der Perspektive des Lernenden jedes Wort, das aufgrund seiner Form den Eindruck erweckt, dasselbe zu bedeuten wie ein ähnliches Wort in einer anderen Sprache, obwohl die Bedeutung tatsächlich abweicht.

Es gibt einige Faustregeln, die helfen können, echte von falschen Freunden zu unterscheiden. Die wichtigste Regel lautet: Je grundlegender ein Wort ist, desto wahrscheinlicher ist es ein echter Kognat. Wörter für Verwandtschaftsbeziehungen (Mutter, Vater, Bruder, Schwester), für grundlegende körperliche Funktionen und für Zahlwörter bleiben über Jahrhunderte hinweg erstaunlich stabil. Wörter für kulturelle Konzepte, abstrakte Ideen und technische Neuerungen hingegen sind anfällig für Bedeutungswandel und damit für die Entstehung falscher Freunde.

Eine weitere nützliche Faustregel ist die Herkunftsprufung. Wenn ein Wort in beiden Sprachen offensichtlich aus dem Lateinischen stammt und die lateinische Bedeutung in einer der Sprachen erhalten geblieben ist, besteht eine gute Chance, dass es sich um einen echten Kognaten handelt, sofern die andere Sprache die Bedeutung nicht zu stark verändert hat. Wenn ein Wort hingegen in einer Sprache ein Lehnwort ist und in der anderen ein Erbwort, ist Vorsicht geboten, denn der Entlehnungsprozess bringt oft Bedeutungsverschiebungen mit sich.

Die sicherste Methode bleibt allerdings das Nachschlagen. Wer einem vertraut wirkenden Wort in einer Fremdsprache begegnet und nicht sicher ist, ob es dasselbe bedeutet wie das ähnlich klingende Wort in der eigenen Sprache, sollte der Versuchung widerstehen, die Bedeutung zu erraten, und stattdessen im Wörterbuch nachschlagen. Diese Gewohnheit mag lästig erscheinen, aber sie ist der zuverlässigste Schutz gegen die Fallen der falschen Freunde.

Wie man falsche Freunde auswendig lernt und Fehler vermeidet

Das Wissen um die Existenz falscher Freunde ist der erste Schritt, aber es reicht nicht aus. Man muss die falschen Freunde der eigenen Zielsprache aktiv lernen und verinnerlichen, damit man in der Hitze des Gesprächs nicht doch auf die vertraute, aber falsche Bedeutung zuruckfallt. Die gute Nachricht ist, dass es bewährte Methoden gibt, die diesen Lernprozess erheblich beschleunigen können.

Die wirksamste Methode ist das Anlegen einer persönlichen Liste falscher Freunde. Jeder Sprachlernende sollte von Beginn seines Lernwegs an eine Liste führen, in der er die falschen Freunde seiner Zielsprache sammelt. Für jedes Wortpaar sollte die Liste das Wort in der Muttersprache, das ähnlich aussehende Wort in der Zielsprache, die tatsächliche Bedeutung in der Zielsprache und idealerweise einen Beispielsatz enthalten, der die korrekte Verwendung illustriert. Diese Liste wird mit der Zeit zu einem persönlichen Nachschlagewerk, das weit wertvoller ist als jede generische Vokabelliste, denn es enthält genau die Fallen, die für die eigene Sprachkombination relevant sind.

Die zweite Methode ist die Arbeit mit Kontrastpaaren. Anstatt falsche Freunde isoliert zu lernen, sollte man sie immer zusammen mit ihrem korrekten Gegenstuck lernen. Wer weiß, dass "Gift" nicht gift (Geschenk) bedeutet, sollte gleichzeitig lernen, dass das englische Wort für "Gift" poison ist und das deutsche Wort für gift "Geschenk". Durch das gleichzeitige Lernen beider Richtungen wird die korrekte Zuordnung gefestigt und die falsche Assoziation abgeschwacht.

Die dritte Methode ist die Verwendung von Merkhilfen und Eselsbrücken. Für viele falsche Freunde lassen sich einpragsame Merksatze konstruieren, die die korrekte Bedeutung verankern. Für das Paar "bekommen" und become konnte man sich zum Beispiel merken: "Wenn ich im Restaurant ein Steak bekomme, werde (become) ich nicht zum Steak." Solche Merksatze sind zwar albern, aber gerade ihre Albernheit macht sie einpragsam. Das Gehirn speichert ungewöhnliche, emotionale oder humorvolle Inhalte besser als nuchterne Fakten.

Die vierte Methode ist die aktive Verwendung in Kontexten. Falsche Freunde lernt man am besten, indem man sie in authentischen Situationen verwendet, und zwar korrekt. Wer einen falschen Freund nur passiv kennt, also wer nur weiß, dass er existiert, ohne ihn aktiv in Sätzen verwendet zu haben, wird im Ernstfall trotzdem auf die falsche Bedeutung zurückfallen. Erst wenn man das Wort mehrfach korrekt in Gesprächen, Aufsätzen oder Übungen verwendet hat, wird die richtige Bedeutung zur automatischen Assoziation.

Eine fünfte, oft unterschätzte Methode ist das Lernen aus eigenen Fehlern. Jeder Fehler, den man durch einen falschen Freund begeht, ist eine Lernchance. Die peinliche Situation, die daraus entsteht, sorgt dafür, dass man den falschen Freund mit hoher Wahrscheinlichkeit nie wieder verwechseln wird. Viele erfahrene Sprachlernende berichten, dass sie die falschen Freunde am besten in Erinnerung behalten haben, bei denen ihnen ein offentlicher Fehler unterlaufen ist. Die emotionale Ladung des Erlebnisses verankert die korrekte Bedeutung fester im Gedächtnis als jede Karteikarte.

Wer eine kostenlose Probestunde bei ProLang belegt, wird feststellen, dass qualifizierte Lehrkräfte falsche Freunde systematisch in ihren Unterricht einbauen. Sie konfrontieren die Lernenden gezielt mit den häufigsten Fallen der jeweiligen Sprachkombination und schaffen Ubungssituationen, in denen die Lernenden die korrekte Bedeutung aktiv anwenden müssen. Dieser strukturierte Ansatz ist deutlich effektiver als das zufällige Entdecken falscher Freunde im Selbststudium, denn er sorgt dafür, dass die wichtigsten Fallen abgedeckt werden, bevor sie in der Realität zuschlagen.

Schließlich ist Geduld ein entscheidender Faktor. Falsche Freunde vollständig zu verinnerlichen, dauert Zeit. Selbst fortgeschrittene Sprecher ertappen sich gelegentlich dabei, auf die falsche Bedeutung zurückzufallen, besonders wenn sie müde sind, unter Stress stehen oder schnell sprechen müssen. Das ist normal und kein Zeichen von Versagen. Es zeigt lediglich, dass die muttersprachliche Prägung tief sitzt und sich nicht über Nacht überschreiben lässt. Mit regelmassiger Übung und bewusster Aufmerksamkeit werden die Fehler seltener, und irgendwann verschwindet die falsche Assoziation fast vollständig.

Die lustigsten Fehler durch falsche Freunde in der Ubersetzungsgeschichte

Die Geschichte der Übersetzung ist eine Fundgrube für Geschichten über falsche Freunde, und einige dieser Geschichten sind so unterhaltsam, dass sie längst den Status von Legenden erreicht haben. Manche davon sind gut dokumentiert, andere mögen im Lauf der Wiedererzahlung ausgeschmuckt worden sein, aber sie alle illustrieren auf eindringliche Weise, welche Konsequenzen die Verwechslung ähnlich aussehender Wörter haben kann.

Eine der berühmtesten Geschichten betrifft die Übersetzung eines amerikanischen Marketingslogans für den mexikanischen Markt. Ein großer Kugelschreiberhersteller warb mit dem Slogan "It won't leak in your pocket and embarrass you" (Er wird nicht in Ihrer Tasche auslaufen und Sie in Verlegenheit bringen). Bei der Übersetzung ins Spanische wurde "embarrass" mit "embarazar" übersetzt, was im Spanischen "schwangern" bedeutet. Der spanische Slogan versprach den Kunden also, dass der Kugelschreiber nicht in ihrer Tasche auslaufen und sie schwangern wurde. Die Reaktion der mexikanischen Kundschaft kann man sich vorstellen.

Eine ähnlich berühmte Geschichte stammt aus der Automobilindustrie. Als Chevrolet in den 1960er Jahren sein Modell "Nova" in Lateinamerika einführen wollte, hiess es später, der Verkauf sei gescheitert, weil "no va" auf Spanisch "geht nicht" oder "fahrt nicht" bedeutet. Wer wurde schon ein Auto kaufen, das "geht nicht" heißt? Die Geschichte ist allerdings etwas uberzeichnet. "Nova" wird im Spanischen als ein Wort ausgesprochen und nicht als "no va" getrennt, und der Wagen verkaufte sich in Lateinamerika tatsächlich recht ordentlich. Aber die Anekdote hat sich so fest in der Popkultur verankert, dass sie in praktisch jedem Artikel über Übersetzungsfehler auftaucht, weil sie so schon die Gefahren sprachlicher Unachtsamkeit illustriert.

Im diplomatischen Bereich sorgte ein falscher Freund für eine der berühmtesten Fehlubersetzungen des Kalten Krieges. Der sowjetische Premiereminister Nikita Chruschtschow sagte 1956 zu westlichen Diplomaten "My vas pokhoronim", was wörtlich "Wir werden euch begraben" bedeutet. Die westlichen Medien übersetzten den Satz als Drohung, als Ankündigung, den Westen militarisch zu vernichten. In Wirklichkeit verwendete Chruschtschow eine russische Redewendung, die eher bedeutete "Wir werden euch überleben" oder "Wir werden noch da sein, wenn ihr längst verschwunden seid". Es war eine Aussage über die vermeintliche historische Uberlegenheit des Kommunismus, keine militarische Drohung. Die Fehlubersetzung verscharfte die Spannungen des Kalten Krieges und wurde noch jahrzehntelang zitiert.

Im alltäglichen Bereich sind die Geschichten weniger dramatisch, aber nicht weniger unterhaltsam. Eine weit verbreitete Anekdote erzählt von einem deutschen Geschäftsmann in England, der in einem Meeting sagte "I will tell you about our concept, but first I must become a beamer." Er wollte sagen, dass er zunächst einen Beamer (Projektor) benötigt, um seine Präsentation zu zeigen. Aber "become a beamer" bedeutet auf Englisch "ein Strahler werden" (beamer ist kein gängiges englisches Wort für einen Projektor, der auf Englisch als projector bezeichnet wird). Die Verwirrung war groß, das Gelachter ebenfalls.

Eine weitere Geschichte handelt von einer deutschen Touristin in Frankreich, die in einer Boulangerie "des preservatifs" verlangte, weil sie dachte, es handle sich um Konservierungsmittel für Lebensmittel. Im Französischen sind preservatifs allerdings Kondome. Die Reaktion der Bäcker-eiverkauferin, die plötzlich mit einer Anfrage nach Verhtungsmitteln konfrontiert wurde, durfte von Überraschung geprägt gewesen sein.

Auch im Bereich der Literaturubersetzung haben falsche Freunde für bemerkenswerte Fehler gesorgt. Das italienische Wort "novella" bezeichnet eine längere Erzählung, eine Novelle im literaturwissenschaftlichen Sinne. Im Englischen wurde "novel" jedoch zum Standardwort für "Roman". Frühe Übersetzungen, die zwischen diesen Bedeutungen nicht sauber unterschieden, führten gelegentlich zu Verwirrung über die Gattung eines Werks. War es eine Novelle oder ein Roman? Die Frage mag akademisch klingen, aber für Literaturwissenschaftler und Verleger ist der Unterschied erheblich.

Eine besonders aufschlussreiche Geschichte stammt aus dem Bereich der internationalen Produktbenennung. Als ein schwedisches Unternehmen ein Staubsaugermodell unter dem Namen "Electrolux" mit dem Slogan "Nothing sucks like an Electrolux" in den USA vermarktete, war man sich der umgangssprachlichen Bedeutung von "sucks" (ist miserabel, taugt nichts) offenbar nicht bewusst. Der Slogan war technisch korrekt, denn der Staubsauger saugte tatsächlich hervorragend, aber in der amerikanischen Umgangssprache klang er wie eine Selbstkritik: "Nichts ist so schlecht wie ein Electrolux."

Diese Geschichten mögen zum Schmunzeln einladen, aber sie enthalten eine ernsthafte Lektion. Falsche Freunde sind keine Randnotiz des Sprachlernens, sondern ein zentrales Problem, das jeden betrifft, der sich zwischen Sprachen bewegt. Ob im Geschäftsleben, in der Diplomatie, im Tourismus oder im alltäglichen Gespräch, wer die falschen Freunde seiner Zielsprache nicht kennt, riskiert Missverständnisse, die von harmlosem Gelachter bis zu ernsthaften Konsequenzen reichen können. Die beste Verteidigung gegen falsche Freunde ist nicht Misstrauen gegenüber der Sprache, sondern Neugier. Wer sich für die Geschichten hinter den Wörtern interessiert, wer die Etymologie erforscht und wer den Mut hat, aus seinen eigenen Fehlern zu lernen, wird die falschen Freunde nicht als Feinde betrachten, sondern als faszinierende Zeugen der Sprachgeschichte, die das Lernen einer Fremdsprache reicher und unterhaltsamer machen.

Häufige Fragen

Welches ist der bekannteste falsche Freund beim Sprachenlernen?

Einer der meistgenannten Falle ist das englische Wort 'gift', das im Deutschen 'Gift' (also etwas Giftiges) bedeutet, während es auf Englisch 'Geschenk' heißt. Diese Verwechslung sorgt seit Generationen für Verwirrung und ist ein Klassiker in jedem Sprachkurs.

Warum gibt es falsche Freunde zwischen Sprachen?

Falsche Freunde entstehen meist, weil zwei Sprachen ein Wort aus derselben Quelle übernommen haben, etwa aus dem Lateinischen oder Griechischen, die Bedeutung sich aber über Jahrhunderte in verschiedene Richtungen entwickelt hat. In manchen Fallen ist die Ähnlichkeit reiner Zufall ohne gemeinsame etymologische Wurzel.

Wie kann man Fehler durch falsche Freunde vermeiden?

Die wirksamste Methode ist, eine eigene Liste falscher Freunde für die Zielsprache zu führen und sie regelmasig mit Karteikarten zu wiederholen. Wenn einem ein vertraut wirkendes Wort begegnet, sollte man der Versuchung widerstehen, die Bedeutung zu erraten, und stattdessen im Wörterbuch nachschlagen.

Sind falsche Freunde und falsche Kognaten dasselbe?

Genau genommen sind falsche Kognaten Wörter, die ähnlich aussehen und unterschiedliche Bedeutungen haben, aber keinen gemeinsamen Vorfahren teilen. Falsche Freunde können auch Wörter mit gemeinsamer Herkunft umfassen, deren Bedeutung auseinanderging. Im Sprachunterricht werden beide Begriffe meist synonym verwendet.

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Falsche Freunde zwischen Sprachen: Liste mit Beispielen und Tipps