Arabische Wörter in europäischen Sprachen: Das verborgene Erbe von Al-Andalus und den Handelsrouten
Wer morgens eine Tasse Kaffee trinkt, mittags Zucker in den Tee ruehrt und abends auf einer Matratze schläft, benutzt drei Wörter arabischen Ursprungs, ohne auch nur eine Sekunde darüber nachzudenken. Das ist kein Zufall und kein Einzelfall. Arabische Lehnwörter durchziehen die europäischen Sprachen in einer Dichte, die selbst Sprachwissenschaftler immer wieder überrascht. Im Spanischen zählen Linguisten zwischen viertausend und achttausend Wörter, die auf das Arabische zurückgehen. Im Englischen, Französischen, Italienischen und Deutschen sind es weniger, aber die Wörter, die es geschafft haben, gehören oft zum Kernwortschatz. Sie bezeichnen Grundnahrungsmittel, wissenschaftliche Konzepte, Handelsbegriffe und Alltagsgegenstaende. Die Geschichte hinter diesen Wörtern ist die Geschichte von fast acht Jahrhunderten kulturellem Austausch, von Handelswegen, die drei Kontinente verbanden, und von einer Zivilisation, die im Mittelalter das wissenschaftliche Wissen der Antike nicht nur bewährte, sondern entscheidend erweiterte. Für alle, die Sprachen lernen, öffnet dieses Wissen eine faszinierende Tür: Es zeigt, dass keine Sprache eine Insel ist und dass die Grenzen zwischen Sprachfamilien weit durchlaessiger sind, als Lehrbüchern oft zu entnehmen ist.
Wie das Arabische die spanische Sprache geprägt hat
Keine europäische Sprache trägt so deutliche arabische Spuren wie das Spanische. Der Grund dafür liegt in einer historischen Episode, die in ihrer Dauer und Tiefe einzigartig ist. Im Jahr 711 ueberquerten arabische und berberische Truppen die Straße von Gibraltar und eroberten innerhalb weniger Jahre den größten Teil der Iberischen Halbinsel. Was folgte, war keine kurzlebige Besatzung. Die arabischsprachige Herrschaft über Teile des heutigen Spanien und Portugal dauerte fast achthundert Jahre, bis zur Eroberung Granadas im Jahr 1492. In dieser Zeit entstand eine Gesellschaft, in der Arabisch, Romanisch und Hebräisch nebeneinander existierten, in der Muslime, Christen und Juden zwar nicht immer friedlich, aber in staendiger kultureller Wechselwirkung lebten.
Die Sprache der herrschenden Schicht war Arabisch, und wie in jeder Gesellschaft uebernahmen die Unterworfenen Wörter für Dinge, Konzepte und Technologien, die die Eroberer mitbrachten. Die arabischen Einwanderer brachten fortschrittliche Bewaesserungstechniken auf die Iberische Halbinsel, und mit den Techniken kamen die Wörter. Das spanische Wort acequia für Bewaesserungskanal stammt direkt aus dem Arabischen. Ebenso noria für Wasserschoepfrad und alberca für Wasserbehaelter. Die gesamte landwirtschaftliche Terminologie des mittelalterlichen Spanien trägt arabische Handschrift. Neue Kulturpflanzen kamen nach Europa, darunter Baumwolle, Reis, Auberginen, Artischocken und Zitronen. Für jede dieser Pflanzen übernahm das Spanische das arabische Wort, oft mit minimaler Anpassung.
Aber der arabische Einfluss beschränkte sich nicht auf Landwirtschaft und Technik. Er durchdrang das gesamte Alltagsleben. Das spanische Wort almohada für Kissen kommt vom arabischen al-mukhadda. Alfombra, der Teppich, geht auf al-hanbaliyya zurück. Aldea, das Dorf, stammt von ad-day'a. Barrio, das Stadtviertel, hat seine Wurzeln im arabischen barri. Selbst das Wort ojala, das im Spanischen so häufig gebrauchte "hoffentlich", leitet sich vom arabischen Ausdruck wa-sha Allah ab, "so Gott will". Es gibt kaum einen Lebensbereich, den der arabische Wortschatz im Spanischen nicht berührt hat: Architektur, Verwaltung, Recht, Musik, Kleidung, Kochen, Handwerk.
Was das Spanische von allen anderen europäischen Sprachen unterscheidet, ist nicht nur die Menge der arabischen Lehnwörter, sondern ihre Tiefe. In den meisten europäischen Sprachen blieben arabische Entlehnungen auf Fachwoerter und Handelsbegriffe beschränkt. Im Spanischen drängen sie bis in die Alltagssprache vor, in Wörter für Kissen, Teppich, Dorf, Vorort, Fenster und Dutzende anderer Begriffe, die jeder Spanier täglich benutzt. Diese Tiefe spiegelt die Länge und Intensität des Zusammenlebens wider. Achthundert Jahre sind lang genug, dass Sprachen nicht nur Fachbegriffe austauschen, sondern sich in ihrem Grundwortschatz vermischen.
Für Spanischlernende ist dieses Wissen mehr als eine historische Kuriositat. Wer die arabischen Wurzeln kennt, kann sich viele spanische Wörter leichter merken, weil er Muster erkennt. Und wer gleichzeitig Arabisch und Spanisch lernt, entdeckt überall Verbindungen, die das Lernen beider Sprachen beschleunigen. Bei ProLang legen wir Wert darauf, solche Querverbindungen sichtbar zu machen, weil sie zeigen, wie Sprachen miteinander verwandt sind, selbst wenn sie unterschiedlichen Sprachfamilien angehoeren.
Arabische Lehnwörter, die Sie täglich benutzen, ohne es zu wissen
Die meisten Menschen ahnen nicht, wie viele arabische Wörter sie täglich benutzen. Diese Wörter sind so tief in den europäischen Sprachen verwurzelt, dass sie völlig einheimisch wirken. Nehmen wir ein paar Beispiele aus dem Deutschen. Kaffee kommt vom arabischen qahwa. Zucker geht auf sukkar zurück, das die Araber wiederum aus dem Sanskrit übernommen hatten. Matratze stammt vom arabischen matrah, was wörtlich "Ort, an dem etwas hingeworfen wird" bedeutet. Magazin leitet sich von makhazin ab, dem Plural von makhzan, Lagerhaus. Tarif kommt von ta'rifa, einer Preisliste oder Bekanntmachung. Admiral geht auf amir al-bahr zurück, den "Befehlshaber des Meeres".
Im Englischen ist die Liste noch länger. Cotton kommt vom arabischen qutn. Lemon von laymun. Orange von narandsch, das über das Spanische und Französische ins Englische gelangte. Alcohol geht auf al-kuhl zurück, ursprünglich ein feines Pulver aus Antimon, das zur Bezeichnung für destillierte Fluessigkeiten wurde. Cipher stammt von sifr, dem arabischen Wort für Null, das auch dem englischen zero zugrunde liegt, allerdings auf einem anderen Weg über das Italienische. Sofa kommt von suffa, einer erhoehten Sitzbank. Monsoon geht auf mawsim zurück, die Jahreszeit.
Im Französischen finden sich ähnliche Spuren. Magasin, der Laden, hat dieselbe arabische Wurzel wie das deutsche Magazin. Chiffre kommt wie das englische cipher von sifr. Algebre von al-jabr. Hasard, das Gluecksspiel oder der Zufall, stammt vom arabischen az-zahr, dem Wuerfel. Jupe, der Rock, geht auf das arabische jubba zurück, ein langes Kleidungsstueck. Selbst das französische Wort assassin hat arabische Wurzeln und geht auf die Haschischin zurück, eine mittelalterliche Sekte.
Was diese Beispiele zeigen, ist kein Zufall, sondern ein Muster. Arabische Wörter gelangten in die europäischen Sprachen durch bestimmte Kanäle: Handel, Wissenschaft, Kriegsfuehrung und kulturellen Kontakt. Die Wörter für Handelswaren wie Kaffee, Zucker, Baumwolle und Zitrone reisten mit den Waren selbst. Die Wörter für wissenschaftliche Konzepte wie Algebra, Algorithmus und Chemie kamen mit den Büchern arabischer Gelehrter, die in Toledo, Palermo und anderen Uebersetzungszentren ins Lateinische übertragen wurden. Die Wörter für militaerische Begriffe wie Admiral kamen durch die Kreuzzuege und die Seekriege im Mittelmeer. Und die Wörter für Alltagsgegenstaende wie Matratze, Sofa und Teppich kamen durch den Luxushandel, der arabische Produkte in die Haeuser europäischer Eliten brachte.
Das Faszinierende an diesen Entlehnungen ist, dass die meisten Sprecher sie nicht als fremd empfinden. Kaffee klingt für deutsche Ohren so deutsch wie Brot. Cotton klingt für englische Ohren so englisch wie bread. Das ist das Zeichen einer gelungenen Integration: Die Wörter haben sich so vollständig in die Zielsprache eingefuegt, dass ihre Herkunft unsichtbar geworden ist.
Das Erbe von Al-Andalus in den modernen europäischen Sprachen
Al-Andalus war der arabische Name für die Gebiete der Iberischen Halbinsel unter muslimischer Herrschaft. In seiner größten Ausdehnung im achten Jahrhundert umfasste es fast die gesamte Halbinsel. Im Laufe der Jahrhunderte schrumpfte es durch die christliche Rueckeroberung, die Reconquista, bis im Jahr 1492 mit Granada das letzte muslimische Königreich fiel. Aber in der Bluetezeit von Al-Andalus, besonders im zehnten und elften Jahrhundert, war die Iberische Halbinsel eines der kulturellen Zentren der Welt.
Cordoba, die Hauptstadt des Kalifats, besass eine Bibliothek mit geschaetzten vierhunderttausend Baenden, zu einer Zeit, als die größten Bibliotheken im christlichen Europa einige Hundert Manuskripte besassen. Die Stadt hatte gepflasterte Straßen, öffentliche Baeder, Strassenbeleuchtung und Krankenhäuser, als Paris und London noch mittelalterliche Doerfer waren. In Cordoba arbeiteten Gelehrte aller Religionen Seite an Seite. Sie übersetzten griechische philosophische und wissenschaftliche Texte ins Arabische, kommentierten sie, erweiterten sie und schufen neue Werke, die weit über das hinausgingen, was die Griechen hinterlassen hatten.
Die Uebersetzerschule von Toledo spielte eine Schluesselrolle bei der Weitergabe dieses Wissens an das christliche Europa. Nachdem Toledo 1085 von den Christen zurueckerobert wurde, blieb die Stadt ein Zentrum der Gelehrsamkeit. Christliche, juedische und muslimische Übersetzer arbeiteten dort gemeinsam daran, arabische wissenschaftliche Texte ins Lateinische zu übertragen. Durch diese Übersetzungen gelangten nicht nur die Ideen, sondern auch die Wörter ins Lateinische und von dort in die europäischen Volkssprachen. Begriffe wie Algorithmus, der auf den Namen des persischen Mathematikers al-Chwarizmi zurueckgeht, und Algebra, das vom arabischen al-jabr stammt, kamen auf diesem Weg in die europäischen Sprachen.
Al-Andalus war also weit mehr als ein politisches Gebilde. Es war eine Brücke zwischen der arabischsprachigen Welt und dem christlichen Europa, ein Ort, an dem Wissen die Sprachgrenzen ueberquerte und dabei seine sprachlichen Spuren hinterliess. Das Erbe dieser Brueckenfunktion lebt in Tausenden von Wörtern weiter, die heute zum festen Bestand europäischer Sprachen gehören. Und es lebt in der Erkenntnis, dass die europäische Wissenschaft, Philosophie und Kultur ohne den arabischen Beitrag in ihrer heutigen Form nicht denkbar wäre.
Für Sprachlernende ist Al-Andalus ein besonders lehrreiches Beispiel dafür, wie Sprachen in Kontaktzonen verschmelzen. Die Situation auf der Iberischen Halbinsel zeigt, dass Sprachkontakt keine Einbahnstrasse ist. Auch das Arabische übernahm romanische Wörter, und die mozarabische Sprache, die die Christen unter muslimischer Herrschaft sprachen, war ein Hybrid aus romanischen und arabischen Elementen. Solche Mischformen entstehen überall dort, wo Menschen unterschiedlicher Sprachen über längere Zeit zusammenleben, und sie erinnern daran, dass Sprachen lebendige Organismen sind, die sich ständig verändern und gegenseitig beeinflussen.
Arabische Wörter im Englischen: Von Algebra bis Zero
Das Englische hat im Vergleich zum Spanischen deutlich weniger arabische Lehnwörter, aber die, die es hat, sind oft überraschend zentral. Viele von ihnen kamen nicht direkt aus dem Arabischen ins Englische, sondern nahmen Umwege über das Spanische, Französische, Lateinische oder Italienische. Dieser indirekte Weg erklärt, warum die arabische Herkunft vieler englischer Wörter so gut versteckt ist.
Das Wort algebra gelangte über das mittelalterliche Latein ins Englische. Es stammt vom arabischen al-jabr, was wörtlich "das Zusammenfuegen gebrochener Teile" bedeutet und Teil des Titels eines Werkes von al-Chwarizmi war. Algorithm geht auf den latinisierten Namen desselben Mathematikers zurück, al-Chwarizmi, dessen Buch über indische Ziffern die europäische Mathematik revolutionierte. Zero kam über das italienische zero, das vom arabischen sifr stammt, dem Wort für "leer" oder "nichts". Die Araber hatten das Konzept der Null aus Indien übernommen und an Europa weitergegeben.
In der Chemie hat das Arabische besonders tiefe Spuren hinterlassen. Das Wort chemistry selbst geht auf das arabische al-kimiya zurück, das möglicherweise vom griechischen khemia abstammt, aber durch die arabischen Alchemisten seine moderne Bedeutung erhielt. Alkali kommt von al-qali, der Pflanzenasche, aus der arabische Chemiker Lauge gewannen. Elixir stammt von al-iksir, dem Stein der Weisen der Alchemisten.
In der Astronomie sind die arabischen Spuren ebenfalls unuebersehbar. Viele Sternnamen im Englischen sind direkte Uebernahmen aus dem Arabischen. Aldebaran kommt von ad-dabaran, "der Nachfolgende". Betelgeuse geht wahrscheinlich auf yad al-jawza zurück, "die Hand des Riesen". Altair stammt von at-ta'ir, "der Fliegende". Zenith kommt vom arabischen samt ar-ra's, "Richtung des Kopfes", das über das Lateinische ins Englische gelangte, wobei samt irgendwann zu zenith verzerrt wurde. Nadir ist das arabische Wort nazir, "gegenüber".
Auch Alltagswoerter im Englischen tragen arabische Wurzeln. Cotton, Kaffee, sugar, lemon, orange, apricot, spinach, artichoke, saffron, cumin, caraway. Die Liste der Lebensmittel und Textilbegriffe ist lang. Viele dieser Wörter reisten zusammen mit den Waren, die sie bezeichneten, entlang der Handelsrouten vom Nahen Osten über Nordafrika und die Iberische Halbinsel nach Nordeuropa.
Ein besonders interessanter Fall ist das Wort check im Sinne eines Schachzugs. Es kommt vom persischen shah, "König", das ins Arabische übernommen und von dort über das Französische ins Englische gelangte. Checkmate geht auf shah mat zurück, "der König ist tot". Aus derselben Wurzel entwickelte sich auch das Wort cheque für den Bankscheck, über eine komplexe Bedeutungsverschiebung, die vom Schachspiel über die Kontrolle zur finanziellen Anweisung führte.
Arabischer Einfluss auf den französischen und italienischen Wortschatz
Frankreich und Italien hatten zwar nie eine achthundertjaehrige arabische Herrschaft wie Spanien, aber beide Länder standen in intensivem Kontakt mit der arabischsprachigen Welt. Frankreich grenzt an das Mittelmeer und hatte durch die Kreuzzuege, den Handel mit Nordafrika und später die Kolonisierung Algeriens, Tunesiens und Marokkos jahrhundertelangen Kontakt mit arabischsprachigen Gesellschaften. Italien lag noch dichter an den arabischen Handelsrouten, und Sizilien war von 827 bis 1091 unter arabischer Herrschaft, also fast dreihundert Jahre.
Im Französischen zeigt sich der arabische Einfluss besonders in Handelsbegriffen und Wörtern für Luxusgueter. Magasin, der Laden, kommt von makhazin. Douane, der Zoll, stammt vom arabischen diwan, das ursprünglich einen Registrierungsraum bezeichnete. Tarif kommt wie im Deutschen von ta'rifa. Chiffre von sifr. Algebre von al-jabr. Algorithme von al-Chwarizmi. Azur, das Himmelsblau, geht auf das arabische lazaward zurück, das den Lapislazuli-Stein bezeichnete. Abricot, die Aprikose, stammt vom arabischen al-barquq, das wiederum auf das griechische praikokion zurueckgeht. Hier zeigt sich eine typische Wanderung: Ein griechisches Wort wurde ins Arabische entlehnt, dort verändert und gelangte dann auf einem Umweg über das Spanische und Französische zurück nach Europa.
Ein besonders faszinierender Fall im Französischen ist das Wort hasard. Es kommt vom arabischen az-zahr, dem Wuerfel, und bezeichnete ursprünglich ein Wuerfelspiel, das die Kreuzfahrer im Heiligen Land kennenlernten und mit nach Europa brachten. Aus dem Wuerfelspiel wurde der Gluecksspiel-Begriff, dann der Zufall, und schließlich die Gefahr. Die Bedeutungsverschiebung von "Wuerfel" zu "Gefahr" zeigt, wie sich Wörter nicht nur in ihrer Aussprache, sondern auch in ihrer Bedeutung verändern, wenn sie die Sprache wechseln.
Im Italienischen hinterliess die arabische Herrschaft über Sizilien besonders tiefe Spuren. Sizilianische Ortsnamen wie Marsala, von marsa Allah, "Hafen Gottes", und Caltanissetta, von qal'at an-nisa, "Burg der Frauen", erinnern bis heute an die arabische Vergangenheit der Insel. Aber auch die italienische Standardsprache trägt arabische Spuren. Arancio, die Orange, kommt vom arabischen narandsch. Zucchero, der Zucker, von sukkar. Cotone, die Baumwolle, von qutn. Magazzino, das Lagerhaus, von makhazin. Tazza, die Tasse, vom arabischen tasa. Limone, die Zitrone, von laymun.
Besonders interessant ist der Einfluss auf die italienische Küche. Sizilien verdankt der arabischen Herrschaft nicht nur Zitrusfruechte und Zuckerrohr, sondern auch Techniken der Lebensmittelverarbeitung. Das italienische Wort sorbetto für Sorbet kommt vom arabischen sharbat, einem gekuehlten Getränk. Marzapane, das Marzipan, hat möglicherweise arabische Wurzeln, auch wenn die genaue Etymologie umstritten ist. Die arabische Tradition der Suessspeisen mit Mandeln und Zucker lebt in der sizilianischen Patisserie bis heute fort.
Warum so viele spanische Wörter mit Al beginnen
Eines der auffaelligsten Merkmale des arabischen Einflusses auf das Spanische ist die große Zahl von Wörtern, die mit al beginnen. Almacen, das Lagerhaus. Alfombra, der Teppich. Almohada, das Kissen. Aldea, das Dorf. Alcalde, der Buergermeister. Alcazar, die Festung. Algodon, die Baumwolle. Azucar, der Zucker. Die Liste ist lang, und das Phänomen hat eine einfache linguistische Erklärung.
Al ist im Arabischen der bestimmte Artikel, vergleichbar mit "der", "die", "das" im Deutschen oder "the" im Englischen. Wenn ein Araber im mittelalterlichen Spanien von einem Kissen sprach, sagte er al-mukhadda, "das Kissen". Die spanischen Sprecher, die das Wort uebernahmen, hörten al-mukhadda als ein einziges Wort und machten daraus almohada. Der arabische Artikel verschmolz mit dem Substantiv zu einer untrennbaren Einheit. Dieses Phänomen nennt die Linguistik Agglutination, und es ist im spanisch-arabischen Kontakt so häufig, dass es zum Erkennungszeichen arabischer Lehnwörter im Spanischen geworden ist.
Besonders aufschlussreich wird das Phänomen, wenn man bedenkt, dass der arabische Artikel al seine Aussprache in bestimmten lautlichen Umgebungen verändert. Vor sogenannten Sonnenlauten, also Konsonanten wie t, d, n, r, s und z, wird das l des Artikels an den folgenden Laut angeglichen. Aus al-sukkar wird as-sukkar, was im Spanischen zu azucar wurde. Aus al-zahr wird az-zahr, woher das spanische azar, der Zufall, stammt. Diese phonetische Assimilation erklärt, warum nicht alle arabischen Lehnwörter im Spanischen mit al beginnen, obwohl sie den arabischen Artikel enthalten.
Das Al-Phänomen ist nicht auf das Spanische beschränkt, aber nirgendwo sonst ist es so ausgeprägt. Im Portugiesischen finden sich ähnliche Formen wie aldeia für Dorf und alfandega für Zoll. Auch im Englischen taucht das al in Wörtern wie algebra, algorithm, alchemy und almanac auf. Im Deutschen zeigt es sich in Algebra, Algorithmus, Alkali und Alkohol. Aber nur im Spanischen bilden die al-Wörter eine so große und so alltagsnahe Gruppe, dass sie das Klangbild der gesamten Sprache mitpraegen.
Für Spanischlernende ist die Kenntnis des Al-Phänomens ein nützliches Werkzeug. Sobald man weiß, dass al am Wortanfang häufig auf eine arabische Herkunft hindeutet, erkennt man arabische Lehnwörter leichter und kann sie in Gruppen einordnen, was das Memorieren erleichtert. Gleichzeitig schützt dieses Wissen vor dem Trugschluss, dass jedes spanische Wort mit al arabisch sein muss. Ala, der Fluegel, kommt vom lateinischen ala. Also, deshalb, geht auf das lateinische aliud zurück. Nicht jedes al ist arabisch, aber wer das Muster kennt, hat einen zuverlaessigen ersten Hinweis.
Arabische Wörter in Wissenschaft, Medizin und Mathematik
Der arabische Beitrag zur europäischen Wissenschaftssprache ist so grundlegend, dass viele wissenschaftliche Begriffe ohne ihre arabische Geschichte nicht denkbar wären. Im Mittelalter, als das christliche Europa einen großen Teil des antiken griechischen Wissens verloren hatte, bewährten und erweiterten arabischsprachige Gelehrte dieses Wissen. Sie übersetzten die Werke von Aristoteles, Ptolemaeus, Galenos und Euklid ins Arabische, kommentierten sie, korrigierten Fehler und fuegte eigene Entdeckungen hinzu. Als diese Texte ab dem zwoelften Jahrhundert ins Lateinische übersetzt wurden, übernahm das Lateinische zahlreiche arabische Fachbegriffe, die dann in die europäischen Volkssprachen uebergingen.
In der Mathematik ist der arabische Einfluss am deutlichsten. Das Wort Algebra kommt vom arabischen al-jabr und stammt aus dem Titel des Werkes "Kitab al-Jabr wa-l-Muqabala" des persischen Mathematikers Muhammad ibn Musa al-Chwarizmi, das um 820 in Bagdad entstand. Al-jabr bedeutet wörtlich "das Wiederherstellen" und bezog sich auf eine bestimmte algebraische Operation, das Übertragen negativer Terme auf die andere Seite einer Gleichung. Das Wort Algorithmus geht auf den latinisierten Namen desselben Gelehrten zurück: Algoritmi de numero Indorum, "al-Chwarizmi über die indischen Zahlen". Sein Buch führte das indische Zahlensystem mit der Null in die arabische und später die europäische Mathematik ein.
Die Null selbst ist ein arabisches Geschenk an Europa. Das arabische Wort sifr, "leer", wurde ins mittelalterliche Latein als zephirum übernommen, woraus das italienische zero und das französische zero wurden. Gleichzeitig entwickelte sich aus sifr über das Lateinische auch das Wort Ziffer, das im Deutschen alle Zahlenzeichen bezeichnet. Dieselbe arabische Wurzel erzeugte also zwei verschiedene Wörter in europäischen Sprachen: eines für die Null und eines für Zahlzeichen im Allgemeinen.
In der Chemie reichen die arabischen Spuren besonders tief. Das Wort Chemie selbst wird von vielen Etymologen auf das arabische al-kimiya zurueckgefuehrt. Alkali kommt von al-qali, der Pflanzenasche. Alkohol von al-kuhl, ursprünglich ein feines Antimonpulver, das als Augenschminke diente und dessen Name später auf destillierte Fluessigkeiten übertragen wurde. Elixier stammt von al-iksir. Natron geht auf das arabische natrun zurück. Kampfer kommt vom arabischen kafur.
In der Medizin trugen arabische Gelehrte wie Ibn Sina, in Europa als Avicenna bekannt, und Ibn Rushd, bekannt als Averroes, massgeblich zur Bewahrung und Weiterentwicklung des medizinischen Wissens bei. Ihr Einfluss auf die europäische medizinische Terminologie ist zwar weniger direkt als in der Mathematik und Chemie, aber Wörter wie Elixier und Sirup, letzteres vom arabischen sharab für Getränk, zeugen auch hier von der arabischen Praegung.
In der Astronomie sind die arabischen Spuren am sichtbarsten in den Sternnamen. Aldebaran, Betelgeuse, Altair, Rigel, Deneb, Vega, Fomalhaut. Diese Namen sind keine Relikte einer vergessenen Vergangenheit. Sie werden noch heute in der professionellen Astronomie verwendet. Sie erinnern daran, dass arabische Astronomen im Mittelalter die fortschrittlichsten Sternenkataloge der Welt erstellten und dass das europäische astronomische Wissen auf diesem Fundament aufbaute.
Wörter arabischen Ursprungs in der europäischen Küche
Die arabische Welt brachte nicht nur Wörter, sondern auch Zutaten und Zubereitungsarten nach Europa, und oft kamen die Wörter zusammen mit den Lebensmitteln. Zucker ist eines der wichtigsten Beispiele. Das arabische sukkar, selbst eine Entlehnung aus dem Sanskrit sharkara, reiste mit dem Zuckerrohr nach Europa. Die Araber hatten den Zuckerrohranbau von Indien über Persien nach Nordafrika und auf die Iberische Halbinsel gebracht. Mit der Pflanze kam das Wort: sukkar wurde zu azucar im Spanischen, zucchero im Italienischen, sucre im Französischen, sugar im Englischen und Zucker im Deutschen.
Zitrone folgte einem ähnlichen Weg. Das arabische laymun, das möglicherweise auf das persische limun zurueckgeht, wurde zu limon im Spanischen, limone im Italienischen, citron im Französischen und lemon im Englischen. Orange hat eine noch kompliziertere Geschichte. Das arabische narandsch, das auf das Sanskrit narangah zurueckgeht, wurde im Spanischen zu naranja, im Italienischen zu arancia und im Französischen zu orange, wobei das anfängliche n durch eine falsche Worttrennung verloren ging: une norenge wurde zu une orenge.
Artischocke zeigt den gleichen Wanderungspfad. Das arabische al-kharshuf wurde im Spanischen zu alcachofa, im Italienischen zu carciofo und im Deutschen über Umwege zu Artischocke. Safran kommt vom arabischen za'faran. Kuemmel geht über das Lateinische auf das arabische kamun zurück, das seinerseits eine Entlehnung aus dem Akkadischen sein könnte. Spinat stammt vom arabischen isfanakh, das persischen Ursprungs ist. Aprikose geht auf das arabische al-barquq zurück, das, wie bereits erwähnt, auf das griechische praikokion zurueckgeht und damit eine vollständige Kreisbewegung beschreibt: vom Griechischen ins Arabische und über das Spanische zurück nach Europa.
Besonders aufschlussreich ist die Geschichte des Sorbets. Das arabische sharbat bezeichnete ein gekuehltes Getränk, oft aus Fruchtsaft und Zucker. Das Wort gelangte ins Italienische als sorbetto und von dort ins Französische als sorbet und ins Deutsche als Sorbet. Die Sache selbst, ein gefrorenes Fruchtdessert, entwickelte sich in der italienischen Kuechenkultur weiter, aber der Name erinnert an die arabische Tradition der gekuehlten Getraenke.
Kaffee verdient eine besondere Erwähnung, weil er nicht nur ein Wort, sondern eine ganze Kultur nach Europa brachte. Das arabische qahwa bezeichnete ursprünglich ein Getränk, das im Jemen aus den Bohnen des Kaffeestrauchs zubereitet wurde. Über das Türkische kahve gelangte es ins Italienische als caffe, ins Französische als Café, ins Englische als coffee und ins Deutsche als Kaffee. Mit dem Wort kam die Sache, und mit der Sache kam eine neue Form der Geselligkeit: das Kaffeehaus, das im siebzehnten Jahrhundert in Europa zu einem Zentrum des intellektuellen und politischen Lebens wurde. Die ersten Kaffeehaeuser in Wien, London und Paris standen in einer direkten Traditionslinie zu den Kaffeehaeusern in Istanbul, Kairo und Damaskus.
Wie Handelsrouten arabische Wörter über die Sprachen verbreiteten
Handelsrouten sind Sprachautobahnen. Überall, wo Waren den Besitzer wechseln, wechseln auch Wörter die Sprache. Im Mittelalter war die arabischsprachige Welt das Zentrum eines Handelsnetzes, das von China bis Westafrika, von Indien bis Skandinavien reichte. Arabische Händler beherrschten den Gewuerzhandel, den Textilhandel, den Sklavenhandel und den Handel mit Luxusguetern. Entlang dieser Routen reisten nicht nur Waren, sondern auch die Wörter, die sie bezeichneten.
Die Seidenstrasse, jenes Netz von Karawanenwegen, das China mit dem Mittelmeerraum verband, war eine der wichtigsten Sprachkontaktzonen der Geschichte. Arabische, persische, türkische, chinesische und indische Händler trafen auf den Märkten von Samarkand, Buchara und Bagdad aufeinander, und die Sprachen vermischten sich in den Basaren und Karawansereien. Viele Wörter, die heute als "arabisch" gelten, kamen in Wirklichkeit aus dem Persischen, Sanskrit oder Chinesischen und wurden erst durch arabische Vermittlung an Europa weitergegeben. Zucker aus dem Sanskrit, Orange aus dem Sanskrit, Kaffee möglicherweise aus dem Aethiopischen: Die arabische Sprache fungierte als Drehscheibe, die Wörter aus Asien und Afrika aufnahm und nach Europa weiterleitete.
Der Mittelmeerhandel war der wichtigste Kanal, über den arabische Wörter in die europäischen Sprachen gelangten. Genua, Venedig, Pisa und Barcelona unterhielten Handelsposten in der gesamten arabischen Welt, von Alexandria über Tunis bis Beirut. Die italienischen und katalanischen Kaufleute, die dort Geschäfte machten, uebernahmen arabische Handelsbegriffe und brachten sie nach Europa zurück. Tarif, die Preisliste, kam auf diesem Weg ins Europäische. Ebenso Magazin, das Lagerhaus, und Fondaco, eine Art Handelshaus, vom arabischen funduq, das wiederum auf das griechische pandocheion zurueckgeht.
Die Kreuzzuege waren ein weiterer wichtiger Kontaktkanal. Zwischen 1096 und 1291 zogen christliche Heere ins Heilige Land und kamen dort in Kontakt mit der arabischen Kultur. Die Kreuzfahrer brachten nicht nur Reliquien und Seidenstoffe mit nach Europa, sondern auch Wörter. Hasard, das Wuerfelspiel, gehört zu den bekanntesten Beispielen. Aber auch Worte wie mattress, vom arabischen matrah, und arsenal, vom arabischen dar as-sina'a, der Werft, kamen durch die Kreuzzuege nach Europa.
Die transsaharischen Handelsrouten trugen arabische Wörter nach Westafrika, wo sie bis heute in Sprachen wie Hausa, Swahili und Wolof weiterleben. Die maritimen Routen im Indischen Ozean brachten arabische Wörter nach Ostafrika, Indien, Suedostasien und sogar bis nach China. Diese globale Verbreitung arabischen Vokabulars zeigt, dass die arabische Sprache im Mittelalter eine ähnliche Rolle spielte wie das Englische heute: Sie war die Lingua franca des internationalen Handels und der Wissenschaft, und ihre Wörter reisten überall dorthin, wo Handel und Wissen flossen.
Arabische Lehnwörter im Deutschen und anderen germanischen Sprachen
Das Deutsche liegt geografisch und sprachlich weiter von der arabischen Welt entfernt als das Spanische, Französische oder Italienische. Es gab keine arabische Herrschaft auf deutschem Boden, keinen direkten Grenzhandel mit arabischsprachigen Gesellschaften und keinen vergleichbaren kulturellen Kontakt. Trotzdem finden sich im Deutschen Dutzende von Wörtern arabischen Ursprungs, die allerdings fast alle über Vermittlersprachen ins Deutsche gelangten: über das Lateinische, Spanische, Französische oder Italienische.
Die wichtigste Gruppe bilden die wissenschaftlichen Begriffe. Algebra und Algorithmus kamen über das mittelalterliche Latein aus dem Arabischen. Chemie, Alkali, Alkohol und Elixier nahmen denselben Weg. Ziffer geht auf das arabische sifr zurück. Zenith und Nadir stammen aus der arabischen Astronomie. Diese Wörter gelangten ins Deutsche, weil die deutschen Universitäten im Mittelalter und in der frühen Neuzeit lateinische Fachtexte studierten, die ihrerseits auf arabischen Quellen beruhten.
Die zweite wichtige Gruppe bilden die Handelsbegriffe und Warennamen. Kaffee kam im siebzehnten Jahrhundert über das Türkische und Italienische ins Deutsche. Zucker gelangte bereits im Mittelalter über das Italienische und Lateinische ins Deutsche. Matratze kam über das Französische oder Italienische. Magazin wurde im sechzehnten Jahrhundert aus dem Französischen übernommen. Tarif folgte im achtzehnten Jahrhundert. Admiral kam über das Französische, das es seinerseits aus dem Arabischen übernommen hatte.
Einige arabische Lehnwörter im Deutschen sind weniger offensichtlich. Das Wort Gaze für feines Gewebe geht möglicherweise auf das arabische qazz zurück, das Rohseide bezeichnete. Lack kommt wahrscheinlich vom arabischen lakk, das auf das Hindi lakh zurueckgeht. Marzipan hat möglicherweise arabische Wurzeln, auch wenn die Etymologie umstritten bleibt. Razzia, die polizeiliche Durchsuchungsaktion, stammt vom arabischen ghaziya, einem Raubzug. Dieses Wort kam im neunzehnten Jahrhundert über das Französische ins Deutsche, das es während der Kolonialzeit in Nordafrika übernommen hatte.
In den skandinavischen Sprachen und im Niederländischen finden sich ähnliche Muster. Die arabischen Lehnwörter kamen dort ebenfalls über Vermittlersprachen an und konzentrieren sich auf dieselben Bereiche: Wissenschaft, Handel und Lebensmittel. Das Niederländische hat durch seine Kolonialgeschichte in Indonesien, wo arabischer Einfluss auf die malaiische Sprache stark war, einige zusätzliche arabische Wörter aufgenommen, die in anderen germanischen Sprachen fehlen.
Für Deutschlernende ist die Kenntnis arabischer Lehnwörter mehr als eine Kuriositat. Wer erkennt, dass Kaffee, Zucker, Algebra und Algorithmus alle arabische Wurzeln haben, versteht etwas Grundlegendes über die Art, wie Sprachen funktionieren. Wörter reisen mit Menschen, Waren und Ideen. Sie kennen keine Grenzen und keine Sprachfamilien. Sie gehen dorthin, wo sie gebraucht werden, und sie bleiben, wenn sie nützlich sind. Diese Erkenntnis kann das Sprachenlernen grundlegend verändern, weil sie zeigt, dass jede neue Sprache nicht bei Null anfängt, sondern auf einem Netzwerk von Verbindungen aufbaut, das alle Sprachen miteinander verbindet. Wer diese Verbindungen sieht, lernt schneller und versteht tiefer. Bei ProLang nutzen wir dieses Wissen, um den Sprachunterricht lebendig und kontextreich zu gestalten. Wenn Sie selbst erleben möchten, wie solche Querverbindungen das Lernen erleichtern, probieren Sie eine kostenlose Probestunde aus und lassen Sie sich überraschen, wie viel Ihnen bereits vertraut ist, bevor der Unterricht überhaupt beginnt.
Häufige Fragen
Wie viele arabische Lehnwörter gibt es im Spanischen?
Die meisten Linguisten schätzen die Zahl auf 4.000 bis 8.000 Wörter arabischen Ursprungs im Spanischen. Dazu gehören Alltagsbegriffe wie almohada (Kissen), aceite (Ol) und azucar (Zucker). Arabisch ist nach Latein die zweitwichtigste lexikalische Quelle des Spanischen.
Warum hatte das Arabische einen so starken Einfluss auf europäische Sprachen?
Der Einfluss erklärt sich durch die fast 800-jährige maurische Präsenz auf der Iberischen Halbinsel, die Dominanz arabischer Händler im Mittelmeerhandel und die Rolle arabischer Gelehrter bei der Bewahrung und Weiterentwicklung griechischen und römischen Wissens im Mittelalter.
Gibt es arabische Lehnwörter im Deutschen?
Ja, auch wenn es weniger sind als in den romanischen Sprachen. Deutsche Wörter wie Algebra, Algorithmus, Kaffee, Zucker, Magazin, Tarif und Admiral haben arabische Wurzeln. Die meisten kamen über Latein, Spanisch, Französisch oder Italienisch ins Deutsche.
Was bedeutet die Vorsilbe al in spanischen Wörtern arabischen Ursprungs?
Die Vorsilbe al ist der bestimmte Artikel im Arabischen, vergleichbar mit der, die, das im Deutschen. Bei der Ubernahme arabischer Wörter ins Spanische wurde der Artikel oft als fester Bestandteil des Wortes übernommen. So entstanden Begriffe wie almacen (Lager), alfombra (Teppich) und aldea (Dorf).